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Fuldaer Zeitung: Frauenberg - Bürger gehen erneut auf die Barrikaden
Nach der Auseinandersetzung um die Kinder- und Jugendpsychiatrie vor gut einem Jahr regt sich am Frauenberg erneut Widerstand.
Zentrum Vital, Lioba-Heim, Herz-Jesu-Krankenhaus – der Frauenberg ist in Bewegung. Baufahrzeuge bestimmen die Szenerie. Ende des Jahres soll das mehrgeschossige Zentrum Vital, in dem unter anderem Arztpraxen eröffnen sollen, fertig gebaut sein. Und auch einige Meter weiter – dort, wo das neue Seniorenzentrum St. Lioba entsteht – geht es hoch hinaus. Die Anwohner fürchten, dass sich das Gesicht des Quartiers im Zuge der Bauarbeiten „radikal und nachhaltig verändern“ wird. „Was hier oben geschieht, das muss zum Frauenberg passen“, fordert Dr. Alexander Jehn, einer der Wortführer der Bürgerinitiative (BI).
Jehn und seine Mitstreiter sagen, es gehe ihnen nicht um das Ob – die Einrichtungen sollten gebaut werden. Es gehe ihnen um das Wie. „Wir suchen das Gespräch mit der Stadtverwaltung, um deutlich zu machen, dass das Vorhaben aus unserer Sicht anders realisiert werden muss“, sagt Jehn. In diesen Tagen verteilt die BI am Frauenberg Flugblätter. Am Dienstag, 4. Mai, findet um 20 Uhr im Felsenkeller ein Informationsabend statt.
Ein Geschoss weniger?
Die Anwohner fürchten, dass es – wenn die Patienten im Zentrum Vital erst einmal ein- und ausgehen – mehr Autos gibt als Parkplätze und fordern daher, dass ein Parkhaus gebaut wird. Sie fürchten, dass „zusätzlicher Verkehr planlos durch den Frauenberg gedrückt wird“ und fordern daher, dass die Stadt die Erschließung noch einmal überdenkt. Und sie fürchten, dass „das Besondere des Frauenbergs verloren geht“ und fordern daher, dass die aus ihrer Sicht „völlig überdimensionierte Planung“ abgespeckt wird. Statt fünf- solle nur viergeschossig gebaut werden. Im Flugblatt heißt es wörtlich: „Muss der Baukomplex derart überdimensioniert verwirklicht werden oder kann unser OB Möller eine Reduzierung der Geschosszahl beim Investor erreichen?“
Jehn sagt, er glaube, dass sich die Probleme lösen ließen. Er sagt auch: „Die Zeit drängt. Und mit einem Schulterklopfen lassen wir uns von der Stadtverwaltung nicht mehr abspeisen.“ Die BI nimmt die Stadt in die Pflicht, und die reagiert zurückhaltend. Die Botschaft des Oberbürgermeisters: „Wir sind dran.“ Mit Blick auf die Parkflächen erklärt der OB, man werde prüfen, ob ein Parkhaus gebaut werden könne und auch, ob es sich rechne. Der Magistrat werde aber nicht „von heute auf morgen eine ganz neue Erschließungs-Struktur für den Frauenberg erfinden“. Und dass Stadt und Investor die Baupläne noch einmal überarbeiten (und dabei ein ganzes Geschoss streichen), das, so Möller, sei unwahrscheinlich. „Es wird sich zeigen, ob wir den Vorstellungen und Wünschen der neuen Bürgerinitiative nachkommen können oder ob wir sagen müssen: Das ist so nicht machbar“, erklärt der OB.
Quelle: Fuldaer Zeitung
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